Berufsbezeichnung für Legal Engineering
Wie lässt sich Legal Engineer übersetzen?
Legal Engineering ist keine Erfindung aus dem englischsprachigen Raum, der Begriff ist wohl eher eine Kreation von Produktmanagern, um Innovation und Internationalität zu suggerieren. Dies hat nicht zur Klärung des Berufsbildes beigetragen. Auch Erläuterungen und Unterhaltungen erfolgen weitgehend in vagem „Denglisch“. Die zunehmende Aneignung der Bezeichnung auf dem Markt hat die Unsicherheiten mit der Identität des Legal Engineering verstärkt. Dem sollte mit einer klaren und präzisen Sprache entgegengewirkt werden. Bislang fehlt es an einer deutschsprachigen Alternative. Darüber sollte nachgedacht werden. Im wissenschaftlichen Sektor werden jene, die sich mit Visualisierung und technischen Unterstützungssystemen für Juristen beschäftigen, Rechtsinformatiker genannt. Informatiker widmen sich allerdings der Softwareentwicklung und Systemanalyse, was auf LEs nur teilweise zutrifft. Während meiner Tätigkeit mit Visualisierungstechniken hießen wir Wissensarchitekten, was in Bezug auf den Entwurf von Modellen, die einen bestimmten Prüfungsablauf abbilden, sehr treffend war, aber auch nur einen Teil des Legal Engineerings erfasst. In Bezug auf die technische Umsetzung von Dokumentengeneration könnte man auch von Automatisierungstechnikern sprechen. Als Schnittstellenmanager fungieren LEs als Brückenbauer und Übersetzer, in der Projektvorbereitung auch als Analysten. Wie wäre „Ingenieur für (juristische) Automatisierung und Prozessoptimierung“?